
Olympiasiegerin Dibaba siegt knapp vor Cheruiyot
Über die selten gelaufene Zwei-Meilen-Distanz war die Tempomacherin Kelly McNeice (Irland) in Birmingham nur in der Anfangsphase des Rennens auf Rekordkurs. Dann wurde sie langsamer und stieg schließlich aus. Dadurch hatte die vierköpfige Führungsgruppe mit Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba (Äthiopien), Weltmeisterin Vivian Cheruiyot (Kenia), Sentayehu Ejigu (Äthiopien) und der Portugiesin Jessica Augusto nach der ersten Meile bereits einen erheblichen Rückstand von mehreren Sekunden auf die Weltbestzeit. Bei 9:06,26 Minuten steht der Rekord von Meseret Defar (Äthiopien). Da erwartungsgemäß keine der beiden großen Favoritinnen, Dibaba und Cheruiyot, das Tempo deutlich forcieren wollte, entwickelte sich ein taktischer Lauf, der am Ende dafür richtig spannend wurde.
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Sieg ohne Weltrekord: Tirunesh Dibaba |
Bekeles Wade spielt nicht mit
Ein anderer Weltrekordversuch war schon vor dem Start geplatzt: Doppel-Weltmeister und -Olympiasieger Kenenisa Bekele musste kurzfristig aufgrund einer leichten Wadenverletzung passen. Der Äthiopier wollte in Birmingham den zwölf Jahre alten 3.000-m-Rekord des Kenianers Daniel Komen angreifen (7:24,90 Minuten). Das Rennen war dann nur in der Anfangsphase schnell, in der Tempomacher Shadrack Korir (Kenia) offensichtlich das Tempo für den nicht anwesenden Kenenisa Bekele anschlug. Sammy Mutahi folgte seinem Landsmann, doch als der Pacemaker nach rund 1.000 Metern langsamer wurde, kam das Feld wieder heran.
Der erst 20-jährige Mutahi hatte am Ende aber trotzdem den besten Spurt und gewann in 7:44,58 Minuten vor dem Äthiopier Dejene Gebremeskel (7:45,42) und dem 3.000-m-Hindernis-Weltrekordler Saif Saaeed Shaheen (Katar). Der frühere Kenianer lief 7:46,97 Minuten. „Eigentlich wollte ich etwas schneller laufen, aber ich bin froh, dass ich das Rennen gewonnen habe. Jetzt freue ich mich auf die weitere Saison", erklärte Sammy Mutahi, der in diesem Winter bereits 7:32,02 Minuten gelaufen ist und gute Chancen hat, für die Hallen-WM im nächsten Monat in Doha nominiert zu werden. Dort könnte er dann auf Kenenisa Bekele treffen.
Über die Mittelstrecken überzeugten in Birmingham zwei Äthiopier, die wie ihre Landsfrau Tirunesh Dibaba Jahresweltbestzeiten aufstellten. Deresse Mekonnen gewann die 1.500 m in 3:33,10 Minuten vor dem Kenianer Augustine Choge (3:33,74) und wurde mit seiner Siegzeit zum fünftschnellsten Läufer aller Zeiten in der Halle. Ebenfalls eine Jahresweltbestzeit erzielte Gelete Burka (Äthiopien), die das Meilenrennen in 4:23,53 Minuten für sich entschied. Auch hier war ähnlich wie im Zwei-Meilen-Lauf das Pacemaking nicht gut genug, um den knapp 20 Jahre alten Weltrekord der Rumänin Doina Melinte (4:17,14 Minuten) zu gefährden. Immerhin lief die zweitplatzierte, 18-jährige Kakedan Gezahegn (Äthiopien) mit 4:24,10 eine Juniorinnen-Weltbestzeit.
Text: race-news-service.com
Foto: photorun.net
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