
Laufjacken: Freiheit für die Arme
Früher war wirklich alles einfacher. Sämtliche Jacken waren aus Baumwolle, und man musste sich nur noch entscheiden, ob man lieber in rot oder in blau durch die Gegend traben wollte. Der Rest war sozusagen Jacke wie Hose. Heute ist alles etwas komplizierter aber umso leichter. Laufjacken wiegen nur noch wenige hundert Gramm und sie sind hochfunktionell. Dafür verfolgt beinahe jeder Hersteller ein spezielles Konzept.
Dennoch vereint sie ein gemeinsames Ziel: Die Laufjacken sollen den Bewegungsablauf beim Laufen optimal unterstützen. Leicht, schützend, dicht und elastisch sollen sie sein. Natürlich müssen sie gleichzeitig robust, atmungsaktiv und modisch daherkommen. Hier beginnt die Quadratur des Kreises: Die Laufjacke muss bei jeder Witterung zu tragen sein, egal ob bei Regen, Sonne, Wind oder Schnee. Auch wenns warm wird, sollte eine Jacke genügen. Die funktionelle Lösung: Zipp-Off!
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Begleiter für das ganze Jahr: Funktionelle Laufjacken
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Aus eins mach zwei
Hinter dem Begriff Zipp-Off verbirgt sich eine Jacke mit Reißverschlüssen an den Ärmelansätzen. Dank dieser lassen sich die Ärmel abtrennen und aus einer Jacke eine Weste zippen. Damit die einzelnen, losen Ärmel nicht verloren gehen, kommen sie unterwegs in die beiden Schubtaschen. Da die meisten Laufjacken Reißverschlusstaschen haben, sind sie dort sicher verstaut, stören nicht und gehen nicht verloren. Voilà!
Dank dieser Technik kann man gut auf wechselndes Wetter reagieren. Die Jacke trägt man bei viel Wind, Kälte oder leichtem (Niesel-)Regen. Die Weste ist im Sommer bei Wind oder bei schönem Herbstsonnenschein über dem Langarmshirt tragbar, bei stärkerer Aktivität oder bei mehr Belüftungswunsch. In Kombination mit einem Fleece kann man die Weste sogar gut im Winter tragen. Man ist ausreichend geschützt und genießt dennoch die Atmungsaktivität.
Zipp-Off Jacke ist aber nicht gleich Zipp-Off Jacke. Bei den abnehmbaren Ärmeln gibt es Unterschiede, die erwähnenswert sind und sich zumindest beim Komfort bemerkbar machen. Theoretisch gibt es zwei Varianten beim Ärmelansatz: der Standardärmel mit rundem Armloch oder der Raglanärmel mit diagonalem Armansatz von Achsel zum Halsausschnitt. Die einfachere Variante ohne doppelte Materiallagen bietet das Standardarmloch. Daneben gibt es den Raglanärmel: Hier verläuft der Reißverschluss entlang der Schulter und wird auf diese Weise am geschicktesten kaschiert. Der Westenärmel liegt unter dem Reißverschluss und dieser kann am wenigsten auf der Haut bzw. im Achselbereich zwicken. Zipp-Off mit Raglanärmel zeichnet also das hochwertigere Design aus.
Die Ideenvielfalt der Designer belässt es aber nicht bei diesen beiden Varianten. Es gibt auch Jacken mit komplett abtrennbarem Oberteil oder Westen, deren Ärmel nach dem Abzippen wie ein T-Shirt enden. Funktionell lässt sich der Reißverschluss bei der Jacke als Unterarmbelüftung zur Ventilation benutzen auch wenn man die Ärmel nicht komplett abmachen möchte.
Speziell passt besser
Wo immer man hinschaut, geht der Trend zum Individualisieren. Speziell angefertigte Dinge sind einfach besser und spezielle Laufjacken sind eben angenehmer beim Sport als Allround-Trainingsjacken. Dass ein Materialmix die Funktionalität von Produkten erhöht, ist nahe liegend. Dennoch beschränkte sich dieser Materialmix bisher weitgehend auf seitliche Stretcheinsätze. Immerhin! Denn allein das sorgt schon dafür, dass die Jacke gut am Körper anliegt, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Eine körpernahe Passform bedeutet gerade beim Laufen, dass die pendelnde Armbewegung nicht ständig zur Reibung der Ärmel an den Seiten führt. Das vermeidet nicht nur unangenehme Geräusche und Flattern im Wind, was Kraft verschwendet, sondern trägt auch dazu bei, dass sich synthetische Jacken nicht so stark aufladen.
Zunehmend wird der Materialmix erweitert. Atmungsaktivere Rückeneinsätze aus Fleece bei Winterjacken oder Mesh sorgen für ein angenehmes Klimaempfinden in der Jacke, weil Schweiß vom Rücken schneller verdunsten kann. Auch Bündchenabschlüsse werden häufig hautfreundlicher gemacht. Weichere Stoffe können dabei mehr Luft speichern und dienen bei Kälte als Pulswärmer. Ein solcher steigert das Wärmeempfinden, ohne dass die Jacke als solche dicker werden muss.
Dieser neue Trend verbirgt sich himter Begriffen wie Comfort Mapping oder Body Mapping. Das Mapping versucht, den Körper in seinen einzelnen Regionen wahrzunehmen und jeweils gezielt Materialien einzusetzen, die an diesen Stellen speziell benötigt werden. Dort, wo man schneller friert, kommen isolierende Stoffe zum Einsatz, an stark schwitzenden Zonen dagegen Materialien, die luftiger und atmungsaktiver sind. Muskeln werden durch elastische Fasern komprimiert, um Energieverluste durch Muskeloszillation zu verhindern. Gelenke und Kapseln können ebenso durch elastische Flächen stabilisiert und geschützt werden. Auf der Sportartikelmesse ispo in München wurde im Februar eine Laufjacke mit individueller Thermoregulierung vorgestellt. Das AirVantage-System von Gore erlaubt dem Läufer, über ein Ventil Luft aus der Jacke zu lassen, falls ihm zu warm wird. Ist es kalt, kann das Ventil dagegen geschlossen werden, so dass die vom Läufer produzierte Wärme beim Laufen auch wirklich nicht entweichen kann.
Auch im Detail werden die Jacken immer aufwändiger. Schuppenstrukturen und Ventilationskanäle leiten Wärme vom Körper weg und kühlen den Laufmotor dosiert und gezielt. Auf diese Art sind die Jacken zwar immer noch sehr laufspeziell, aber ihr Einsatzbereich wird größer. So können auch leichte Laufjacken bei niedrigen Temperaturen getragen werden und sind somit Begleiter für das ganze Laufjahr.
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