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31.07.2010
Aktuelle Ausgabe
aktiv laufen 4-2010
Die Sonne scheint vom wolkenlosen Himmel, es weht eine sanfte Brise. Im Sommer macht das Laufen eigentlich doppelt Spaß. Aber Hitze und Sonne können auch Probleme bereiten. Trinke ich genug? Trage ich die optimale Laufkleidung? In der neuen aktiv laufen erfahren Sie alles, was Sie über Training, Ernährung und Bekleidung bei Hitze wissen sollten.
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Der Laufkalender 2010
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staltungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz
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EVENTS

Der Transviamala: Zwischen Steinen & Schluchten

 

Der Landschaftslauf führt seine Teilnehmer
quer durch die Viamala. Immer wieder
säumen steile Felswände den Weg

 

Rechts und links ragen gewaltige Felswände in den Himmel, der Blick schweift mehr als 200 Meter in die Tiefe. Von weit unten dröhnt das wilde Rauschen des Rheins, der von hier aus Richtung Tal donnert - die Kulisse der Viamala, einer tief eingegrabenen Schlucht im Schweizer Kanton Graubünden, könnte nicht atemberaubender sein. Kein Wunder, dass Jahr für Jahr Touristen aus aller Welt die von der Wasserkraft des Hinterrheins geprägte Landschaft bestaunen. Was viele aber nicht wissen: Quer durch die Viamala führt ein Landschaftslauf über 19 Kilometer, 750 Höhenmeter und 589 Steinstufen inklusive. Jedes Jahr im Oktober zieht es mehr als 1.000 Läufer zum Transviamala. Eine Strecke, die sie eintauchen lässt in den mystischen Zauber der herbstlich gefärbten Landschaft mit ihren tiefen Felseinschnitten und dem sich weit öffnenden Blick hinunter ins Tal. „Der Transviamala bedeutet Sport, Natur und Kultur. Er bietet von allem etwas und alles gleichzeitig. Einmal wild und abweisend, einmal offen und lieblich", charakterisiert Organisator Stefan Michael die Veranstaltung im Val Schons an der Sprachgrenze zwischen der deutschen und romanischen Schweiz im Hinterrheintal.

Auf den Spuren der Vergangenheit
Als wichtigste Handelsstraße zwischen Oberitalien und Süddeutschland kam dem Streckenabschnitt der Viamala in der Vergangenheit eine besondere Bedeutung zu. Schließlich fand hier bis ins späte Mittelalter der Passverkehr über den San Bernadino und den Splügenpass in mühevoller Weise statt. Kleine Dörfer schmiegen sich heute harmonisch in die Landschaft ein und sind eher Durchgangsstationen für ausgedehnte Alpenwanderungen als Zentren des modernen Massentourismus. So zählt der Zielort des Viamala-Laufes Donat gerade einmal 200 Einwohner. Ein Beleg dafür, dass man seitens der Organisatoren schon alleine wegen der begrenzt vorhandenen Infrastruktur ein Teilnehmerlimit bestimmten musste. 1.300 Sportler strömten zur 7. Auflage im Oktober 2008 - mehr kann das kleine Fleckchen in 1.050 Metern Höhe nicht verkraften.

Die Veranstalter vertreten eine Philosophie, wie man sie in der heutigen Zeit, in der Kommerz und Klamauk in nicht wenigen Fällen den Sport an den Rand des Anlasses verdrängen, nur noch selten findet. Stefan Michael und Rolf Cantieni, der Präsident des ausrichtenden US Tumpriv, nennen es eine Vision, die auf vier Säulen steht: Sport treiben in einer unverwechselbaren Landschaft, 2. ein Fest zu feiern als ein gesellschaftliches und kulinarisches Erlebnis, 3. Zukunftsleitend zu sein und sich der Nachhaltigkeit verschreiben, 4. Geschichte und Identität zu vermitteln.

Mit Liebe zum Detail
Geleitet von dieser Philosophie, führt die Strecke an kulturhistorisch und architektonisch bedeutenden Bauwerken und Stätten vorbei. Das Kernstück: die Viamala. Hier führen atemberaubende Passagen die Athleten über zahlreiche Brücken oder vorbei an altromanischen Kirchen. Zum Viamala-Erlebnis gehören auch die 589 Treppenstufen, die zwischen Thusis und Donat zu meistern sind sowie eine historische Brücke von 1739. Und auch die angebotenen Präsente und Mahlzeiten erinnern an längst vergangene Zeiten. So erhalten alle Finisher ein Fazalet, ein Baumwoll-Küchentuch mit ländlichen Spezialitäten, das einst den Säumern die nötige Energie für die Passagen durch die Viamala-Schlucht lieferte. Oder die Pizokel-Mahlzeit, eine gedünstete heimische Köstlichkeit, die für alle Teilnehmer im Zielgelände zubereitet wird. Gepaart mit den unvergesslichen Eindrücken ist es die Liebe zum Detail, die den Transviamala zu etwas ganz Besonderem macht.

Termin 2009: 18. Oktober
Infos: www.transviamala.ch

Text: Wilfried Raatz


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