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31.07.2010
Aktuelle Ausgabe
aktiv laufen 4-2010
Die Sonne scheint vom wolkenlosen Himmel, es weht eine sanfte Brise. Im Sommer macht das Laufen eigentlich doppelt Spaß. Aber Hitze und Sonne können auch Probleme bereiten. Trinke ich genug? Trage ich die optimale Laufkleidung? In der neuen aktiv laufen erfahren Sie alles, was Sie über Training, Ernährung und Bekleidung bei Hitze wissen sollten.
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RATGEBER
Medizin

Arthrose: Laufen Sie wie geschmiert

Knacken, knirschen und schmerzen die Gelenke beim Laufen, bringen Röntgenaufnahmen an den Tag, ob Gelenkverschleiß die Ursache ist. Steht die Diagnose Arthrose fest, heißt es aber noch lange nicht: Nie wieder Sport. Im Gegenteil. Möglicherweise lassen sich die Gelenke über die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, die Glucosamin, Chondroitin und Kollagenhydrolysat enthalten, wieder fit machen. Eine Kur für die Gelenke, sozusagen.

Arthrose oder wenn der Knorpel schwindet
Jeder hat schon davon gehört. Doch was bedeutet Arthrose? Übersetzt heißt Arthrose Gelenkerkrankung. Sie beginnt immer mit einem Knorpelschaden. Der Knorpel dient den Gelenken als Stoßdämpfer. Bei einer unbehandelten Arthrose reibt dieser sich kontinuierlich ab. Der Raum zwischen den Knochenenden, die zusammen ein Gelenk bilden, wird immer schmaler. Und im Endstadium bewegen sich nur noch die blanken Knochenenden gegeneinander. Das Gelenk ist jetzt verformt und steif. Starke Schmerzen sind die Folge.

Dabei kann die Arthrose unterschiedliche Ursachen haben. Übergewicht, Fehlstellungen der Beine und Verletzungen von Gelenken können zum Gelenkverschleiß führen. Auch falsch betriebener Sport rächt sich. Eine Operation oder ein künstliches Gelenk wünscht sich wohl niemand. Zeit, einzugreifen. Ziel der Arthrosetherapie ist es, das chronisch erkrankte Gelenk so lange wie möglich geschmeidig zu halten. Dank des langsamen Verlaufes sind die Aussichten gut: Gesunder Knorpel ist etwa drei bis fünf Millimeter dick. Er baut sich bei Arthrose im Jahr um zirka 0,1 Millimeter ab.

 

Schmerzhaft: Bei einer unbehandelten Arthrose reibt  der Gelenkknorpel unaufhörlich ab bis im Endstadium die Knochenenden aufeinanderreiben

 


Wundermittel
Drei verschiedene Substanzen können helfen, den Knorpel-abrieb aufzuhalten. Nicht nur die Schmerzen werden gelindert, auch die Beweglichkeit des Gelenkes wird verbessert. Eine dieser Wunderwaffen ist die Zucker-Eiweiß-Verbindung Glucosamin. Die biologisch aktive Form ist das Glucosaminsulfat und gehört zu den Knorpelgrundsubstanzen. Der Körper nimmt Glucosamin einerseits mit der Nahrung auf. Andererseits stellt er es aber auch selbst her.

Mit zunehmendem Alter verliert der Körper diese Fähigkeiten. Glucosamin wird weniger hergestellt, wenn Gelenke überlastet oder ruhig gestellt werden. Auch Eiweißmangel, Vitamin B6-Mangel, Diabetes und Kollagenkrankheiten können dazu führen, dass zu wenig Glucosamin in den Gelenken gebildet wird.

Ernährung ist entscheidend
Innereien, faserreiches Fleisch und Milch enthalten reichlich Glucosamin. Heute werden bevorzugt Lebensmittel gegessen, die glucosaminarm sind. Deshalb kann der Stoffwechsel des Knorpels nicht mit unserer hohen Lebenserwartung Schritt halten. Experten meinen, dass manche Bevölkerungsgruppen unterversorgt seien. Dazu gehörten vor allem ältere Menschen, Menschen mit Übergewicht und Personen, die beim Sport oder bei der Arbeit ihre Gelenke stark beanspruchten.

Aber auch Menschen, die sich einseitig ernährten oder Diät hielten, könnten einen Mangel aufweisen. Als unmittelbare Folge des Glucosaminmangels wird die zähflüssige Gelenkschmiere dünner und wässriger. Die Gelenke sind dann anfälliger für Verletzungen und Abnutzung.

Mehr Beweglichkeit
Chondroitin wird im Körper aus Glucosamin hergestellt. Es wird zudem mit der Nahrung aufgenommen. Geschädigter Knorpel enthält weniger Chondroitin als gesunder Knorpel. Chondroitin verbessert die Schmerzsymptomatik. Nach einiger Zeit der Einnahme werden arthrotische Gelenke beweglicher. Das liegt daran, dass Chondroitin sich wie ein Schwamm verhält und viel Flüssigkeit in das Gewebe aufsaugen kann. Dadurch erleichtert es nicht nur die Ernährung der Knorpelzellen. Es erhöht gleichzeitig auch die Elastizität des Knorpels. 70 Prozent der Knorpelsubstanz besteht aus Kollagen. Unter Assistenz von Vitamin C steuert Chondroitinsulfat dessen Produktion und Stabilisierung. Chondroitin hemmt ferner Entzündungsvorgänge im Gelenk. Es regt den Wiederaufbau von zerstörten Knorpelzellen an. Die bioaktive Form ist das Chondroitinsulfat.

Körpereigene Hilfe
Kollagenhydrolysat wird aus Rinderknochen und aus Rinderhäuten gewonnen. Es enthält die Eiweißbausteine Prolin und Glycin. Das sind wichtige Bausubstanzen für den Knorpel. Weil Kollagenhydrolysat körperverwandt ist, sorgt es im Knorpel dafür, dass Kollagen neu gebildet wird. Hinter dem Einsatz von Kollagenhydrolysat bei Arthrosepatienten stecken mehr als 25 Jahre intensiver Forschung. Studien belegen, dass nach kurmäßiger Einnahme über drei Monate die Schmerzen nachlassen, weniger Medikamente verbraucht werden und die Gelenkbeweglichkeit zunimmt.

Gelenkbeweglichkeit erhalten
Die drei Knorpelschutzsubstanzen halten den Knorpelabrieb auf, lindern Gelenkschmerzen und verbessern die Gelenkbeweglichkeit. Sie helfen, Schmerzmittel einzusparen. Wichtig ist es aber, die Aufnahmeempfehlungen zu beachten. Sie können dann kurmäßig verwendet werden. Die gesundheitliche Unbedenklichkeit ist weitestgehend abgesichert. Neben wissenschaftlichen Studien, die die Wirksamkeit belegen, gibt es aber auch Studien, die das Gegenteil besagen. Am Klinikum Freiburg (Schweiz) weiß man das: Arthrosepatienten bekommen dort zweimal täglich 750 Milligramm Gluco-saminsulfat über zwei bis drei Monate verabreicht. Danach wird Bilanz gezogen. Die Therapie wird anschließend nur bei den Patienten weitergeführt, die auf Gluco-saminsulfat ansprechen.

Richtig angewendet
Chondroitin, Glucosamin und Kollagen sind Nahrungsergänzungsmittel. Weil sich die Substanzen in ihrer Wirkung möglicherweise ergänzen, raten Fachleute eher zu Kombinationspräparaten. Einige Ernährungsmediziner halten die Einnahme dann für sinnvoll, wenn gleichzeitig Vitamin C, E, Zink, Selen, Kupfer und Folsäure zugeführt werden. Die Präparate sind in Deutschland frei verkäuflich. Jedoch gibt es keine einheitliche Kennzeichnungspflicht. Läufer sollten sich vor dem Kauf gut vom Arzt oder Apotheker beraten lassen: Auf dem Markt sind zum Beispiel Nahrungsergänzungsmittel mit dem Wirkstoff Glucosaminhydrochlorid und solche mit Glucosaminsulfat enthalten. Die meisten Wirksamkeitsstudien sind aber bislang mit der Sulfatform durchgeführt worden. Ziel der Einnahme ist es, den Gelenkverschleiß einzudämmen. Nicht zuletzt kommt es darum auch auf die richtige Dosierung der Wirkstoffe in den Präparaten an, damit Sie wieder laufen können wie geschmiert.


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