
Lebenselixier Blut
In unserem Körper ist ständig etwas los: Durch das Pumpen des Herzens fließen jede Minute zwischen fünf und sechs Liter Blut durch unser Gefäßsystem. Dieses weit verzweigte Netz besteht aus Arterien, Venen und Kapillaren. Während es die Aufgabe der Arterien ist, das sauerstoffreiche Blut vom Herzen weg zu transportieren, wird das verbrauchte, sauerstoffarme Blut über die Venen wieder dorthin zurückgeführt. Zwischen diesen Arterien und Venen liegen die Kapillaren. Erst durch diese kleinsten Verbindungen mit ihren hauchdünnen Kapillarwänden ist es dem Blut möglich, seine vielfältigen Aufgaben an jeder Stelle des Körpers wahrnehmen zu können.
Antrainiertes Wasserreservoir
Etwas mehr als die Hälfte des gesamten Blutes setzt sich aus flüssigen Bestandteilen zusammen. Dieses so genannte Blutplasma besteht wiederum zu 90 Prozent aus Wasser. Außerdem enthalten sind unter anderem Eiweiße, Blutfette, Salze, Enzyme und Elektrolyte. Durch ein intensives Training nimmt die Menge des Blutplasmas zu. Der Sportler hat dadurch den Vorteil, dass seinem Körper bei zukünftigen Belastungen eine Wasserreserve zur Verfügung steht. So können durch Schwitzen entstandene Flüssigkeitsverluste schneller ausgeglichen werden. Diese antrainierte Verdünnung führt außerdem aufgrund der günstigeren Fließeigenschaften des Blutes zu einer verbesserten Versorgung des Muskels bei Belastung.
Neben dem Plasma besteht das Blut zu etwa 45 Prozent aus korpuskulären Bestandteilen. Zu diesem so genannten Hämatokrit gehören die roten (Erythrozyten) und weißen Blutkörperchen (Leukozyten) sowie die Blutplättchen (Thrombozyten).
Tausendsassa Blut
Thrombozyten sind kernlose, scheibenförmige Zellen, die unter anderem an der Blutgerinnung beteiligt sind. Kommt es zum Beispiel durch einen Stich oder Schnitt zu einer Verletzung eines Blutgefäßes, so bilden die Thrombozyten zusammen mit anderen Substanzen einen Pfropfen (Thrombus), der das Leck wieder abdichtet. Eine dosierte sportliche Aktivität vermindert das Risiko einer verstärkten Thrombozyten-Verklumpung in den Gefäßen (Thrombose).
Die weißen Blutkörperchen werden unterteilt in Granulozyten (60-70%), Lymphozyten (20-30%) und Monozyten (2-6%). Die Hauptaufgabe der Leukozyten ist der Schutz des Körpers vor Krankheitserregern und Fremdkörpern. Entdecken die Abwehrzellen auf ihrer Patrouille durch den Körper solche Eindringlinge, setzen sie alles daran, diese zu zerstören und unschädlich zu machen. Durch ein moderates regelmäßiges Ausdauertraining kann das Immunsystem auf Dauer gestärkt werden.
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Der menschliche Körper enthält etwas
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Leistungsfähige Scheiben
Der Hauptbestandteil der festen Blutelemente sind die roten Blutkörperchen. Jeder Mensch verfügt über etwa 30 Billionen dieser kernlosen, circa acht Mikrometer kleinen Scheiben, die an beiden Seiten eingedellt sind. Die Oberfläche aller Erythrozyten würde aneinandergereiht eine Fläche von ungefähr 1000 Quadratmetern ausfüllen. Die Bildung der Erythrozyten wird auf Anregung des hauptsächlich aus der Niere kommenden Hormons Erythropoetin (EPO) stimuliert. Produziert werden die roten Blutkörperchen im roten Knochenmark, das hauptsächlich in platten Knochen wie Schädel, Brustbein oder Schulterblättern vorkommt. Nach etwa 120 Tagen lässt die bis dahin sehr gute Verformbarkeit der Erythrozyten so weit nach, dass sie im sich stark verästelnden Netzwerk der Milz hängen bleiben und schließlich aussortiert werden (Blutmauserung).
Die Erythrozyten sind dadurch einem enorm hohen Umsatz unterworfen: In jeder Sekunde werden rund 2,5 Millionen rote Blutkörperchen abgebaut und neu gebildet. Bei sportlicher Belastung verlangt der Körper nach mehr Erythrozyten, unter anderem aufgrund der verstärkten Durchblutung der Muskulatur. Das Knochenmark erhält dann das Signal zur vermehrten Blutbildung. Dadurch kann sich die Leistungsfähigkeit des Sportlers verbessern beziehungsweise eine Belastung länger aufrecht erhalten werden.
Sauerstoffhaltiges Färbemittel
Ihre charakteristische rote Farbe erhalten die Erythrozyten durch den Blutfarbstoff Hämoglobin. Der Organismus eines Erwachsenen enthält etwa 950 Gramm dieses sauerstofftransportierenden Eiweißes. Hämoglobin tankt in der Lunge frischen Sauerstoff und gibt es im Tausch zu Kohlendioxid an das Gewebe ab. Gerade bei einer erhöhten Muskeltätigkeit wie beispielsweise beim Laufen müssen die Muskeln permanent mit Sauerstoff versorgt werden, um effektiv arbeiten zu können. Die Hämoglobinkonzentration und damit die Sauerstofftransportkapazität des Blutes kann zum Beispiel durch Höhentraining (siehe Kasten) gesteigert werden. Dadurch verbessert sich die Ausdauerleistungsfähigkeit und verschafft dem Sportler beste Voraussetzungen für den nächsten Wettkampf.
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